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Synonyme:
 | im Jahre 2002 wurde die „Norwalk-Viren“ in „Noroviren“ umbenannt. |
 | Norwalk-ähnliche Viren |
 | Norwalk-like-Viren |
Material:
 | Stuhlprobe |
Diagnostik:
 | Nukleinsäureamplifikation (RT-PCR)
 | Methode: Polymerasekettenreaktion |
 | hohe Sensitivität und Spezifität |
 | Über eine Sequenzierung kann eine molekulare Differenzierung der
Viren durchgeführt werden, die Daten zur Aufklärung von Ausbrüchen
und Übertragungswegen liefern kann. |
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 | Elektronenmikroskopie |
 | Antigen-ELISA-Test:
 | Spezifität und Sensitivität in der Routinediagnostik nicht
letztendlich gesichert. |
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Erreger:
 | Familie: Caliciviridae mit folgenden humanpathogenen Vertretern:
 | Sapoviren
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 | Noroviren (ehemals
Norwalk-Viren)
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 | 1972 durch immunelektronenmikroskopische Untersuchungen (Albert Kapikian)
entdeckt
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 | fünf Genogruppen (GGI bis GGV) :
 | GGI, GGII und GGIV sind humanpathogen und lassen
sich in mindestens 20 Genotypen differenzieren
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 | Morphologie:
 | Kapsid:
 | ikosaedrisch (zwanzigflächig) |
 | aus 180 Kopien eines viralen Strukturproteins |
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 | virales Genom:
 | einzelsträngiges RNA-Molekül |
 | Größe: 7400 bis 8300 Nukleotide |
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 | RNA-Polymerase:
 | Vermehrung des viralen Genoms in der
infizierten Zelle |
 | keine Korrekturfunktion
→ hohe Mutationsrate
→ hohe
genetische Variabilität der Noroviren (antigenic drift) |
 | genetische Rekombination zwischen
unterschiedlichen Norovirusstämmen →
antigenic shift |
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 | Virusgröße: 27 bis 40 nm |
 | keine Hüllmembran →
hohe Umweltresistenz |
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Epidemiologie:
 | weltweit verbreitet |
 | saisonale Häufung in den Wintermonaten
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 | Anteil an nicht-bakteriell bedingten Gastroenteritis-Erkrankungen:
 | bei Säuglingen und Kleinkindern stellen sie nach den Rotaviren die
zweithäufigste Ursache akuter Gastroenteritiden |
 | häufigste Ursache akuter Gastroenteritiden:
 | für 30 % der Enteritiden bei älteren Kindern verantwortlich |
 | für bis zu 50 % der Enteritiden bei Erwachsenen verantwortlich
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 | häufige Ursache von akuten Gastroenteritis-Ausbrüchen in
Gemeinschaftseinrichtungen:
 | Altenheimen |
 | Kinderheimen |
 | Pflegeheimen |
 | Krankenhäusern
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 | Sowohl in Deutschland als auch in mehreren anderen europäischen Ländern
kam es im Winter 2002/2003 zu einem deutlichen
Anstieg der Norovirusausbrüche: Die Ursache für diese Pandemie
ist wahrscheinlich eine neue genetische Variante des Erregers (Genotyp
GGII.4, Grimsby-like Virus). Es kam vor allem in Krankenhäusern und
Altenheimen zu massiven Ausbrüchen, die auch das Personal betrafen. Das
erneute Auftreten solcher Epidemien gilt als wahrscheinlich. |
Reservoir:
 | Der Mensch ist das einzige bekannte Reservoir. |
 | einige Personen zeigen einen Schutz vor der Erkrankung, der mit dem Fehlen
eines vermeintlichen Rezeptors für Noroviren in Verbindung gebracht wird. |
Infektionsweg:
 | fäkal-oral:
 | kontaminierte Speisen (Salate, Krabben, Muscheln u. a.) |
 | Getränken (verunreinigtes Wasser!) |
 | Kontakt zu kontaminierten Gegenständen |
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 | Erbrochenes:
 | aerogene Übertragung durch Bildung virushaltiger Aerosole während
des Erbrechens (Erbrochenes gilt als hochansteckend). |
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 | hohe Infektiosität:
 | minimale Infektionsdosis von10-100 Viruspartikeln ! |
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Inkubationszeit:
 | 6-50 Stunden |
Infektiosität:
 | Eine Infektiosität kann bereits vor Auftreten gastrointestinaler
Beschwerden bestehen. |
 | Patient sind während der klinischen Phase und bis zu 48 Stunden
danach als hoch infektiös anzusehen. |
 | eine Infektiosität (positiver Virusnachweis im
Stuhl) ist bis zu 2 Wochen nach Beschwerdefreiheit, in Ausnahmefällen
länger, möglich. |
Klinik:
 | akute Gastroenteritis:
 | Übelkeit |
 | plötzlich auftretendes Erbrechen |
 | akut einsetzende, heftige, wässrige Diarrhö →
ausgeprägter Flüssigkeitsverlust möglich! |
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 | abdominale Schmerzen |
 | Allgemeinsymptome:
 | Kopfschmerzen |
 | Myalgien |
 | Abgeschlagenheit |
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 | meist nur gering erhöhte Temperaturen |
 | die klinische Phase dauert meist nur 12 bis 72 Stunden |
 | asymptomatische Verläufe möglich |
Therapie:
 | symptomatisch |
 | Ausgleich des z. T. erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes |
Prävention:
 | nur strikte hygienische Maßnahmen können die Ausbreitung des Erregers in
Gemeinschaftseinrichtungen verhindern |
Hinweis:
 | Nach § 34 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Kinder unter 6
Jahren, die an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt oder dessen
verdächtig sind, Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Die Einrichtung
kann nach dem Abklingen der klinischen Symptome wieder besucht werden. |
 | Ebenso dürfen erkrankte Personen nicht in Lebensmittelberufen (definiert
in § 42 IfSG) tätig sein und keine betreuenden Tätigkeiten in
Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen ausüben. Eine Wiederaufnahme
der Tätigkeit sollte frühestens zwei Tage nach dem Abklingen der
klinischen Symptome erwogen werden. |
Meldepflicht:
 | Labor:
 | nach § 7 ist der direkte Nachweis von Norwalk-ähnlichem Virus
aus dem Stuhl meldepflichtig. |
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 | niedergelassener Kollege:
 | Meldepflichtige Krankheiten nach § 6
 | Verdacht und Erkrankung an eine akuten mikrobiellen
Gastroenteritis oder: Lebensmittelintoxikation
 | wenn eine Beschäftigung im Lebensmittelverkehr bzw. in Küchen
für Gemeinschaftseinrichtung vorliegt (§ 42) |
 | wenn 2 oder mehr Erkrankungen mit anzunehmendem
epidemischen Zusammenhang auftreten |
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 | siehe Tabelle:
Melde- und Erfassungspflicht nach IfSG, meldepflichtige
Erkrankungen |
Siehe auch:
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